„Als ob man neben einem Dixi-Klo schläft....“

Eine immer größer werdende Gruppe von Obdachlosen kampiert seit rund einem Jahr in der Goethestraße. Jetzt beschweren sich Nachbarn.

Obdachlose kampieren seit einem Jahr vor einem leeren Kirchengebäude -
Nachbarn fühlen sich mit den Problemen allein gelassen.

Seit Mitte Juni letzten Jahres wird das Gebäude der Neu-apostolischen Kirche in der Goethestraße nicht mehr genutzt. Es steht leer. Seitdem lagert eine immer größer werdende Gruppe von Obdachlosen unter seinem schützenden Vordach. Jetzt beschweren sich die Nachbarn:
Voll aufgedrehte Radios, lautstarke Auseinandersetzungen, Mundharmonika und Gitarrenkonzerte zu nachtschlafender Zeit. „Tags schlafen sie, nachts machen sie Radau“, beschreibt es ein Mieter. Im Winter hätten die Obdachlosen „wie die Wilden gehustet und blutigen Auswurf in die Beete erbrochen“. Dazu erleichtern sich die ungeliebten Nachbarn in die Rabatten vor dem Haus. „Der Uringestank ist so groß, dass wir in den unteren Etagen die Schlafzimmerfenster nicht mehr öffnen können. Man hat das Gefühl, man schläft neben einem Dixi-Klo“, beschreibt es eine Anwohnerin. Auch der Park auf der anderen Seite der Straße werde als Toilette missbraucht.
Die Anwohner fühlen sich mit ihrem Problem alleingelassen: Die Polizei greift nicht ein, solange keine Straftaten passieren.
Und die Kirchengemeinde weist jede Verantwortung von sich. Kirchensprecher Björn Renz: „Als Aufgabe der Neuapostolischen Kirche Hamburg sehe ich dies nicht, da es weniger um ihr Gebäude als vielmehr um den öffentlichen Raum davor geht.“
Kerstin Godenschwege vom Bezirksamt sagt genau das Gegenteil: Der bezirkliche Ordnungsdienst BOD sei nicht zuständig, da die Obdachlosen auf Privatgelände kampierten. „Solange der Grundeigentümer die Obdachlosen dort duldet, muss der Zustand ertragen werden“.
Die Kirche will das Gebäude umbauen ­– es sollen Wohnungen entstehen. Björn Renz: „Für Oktober 2013 ist der Baubeginn geplant, der Bauantrag dazu wurde am 24. Mai gestellt.“ Damit hätten die Sorgen der Nachbar ein Ende. Oder nicht? Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege: „Zum ehemaligen Kirchengebäude liegt bei uns kein Antrag vor“.
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