Achtung Holz: Brandgefahr!

Erst auf den zweiten Blick entdeckte ein Brandschutzexperte die gefährlichen Holzfaserplatten unter der nichtbrennbaren Fassade des Hochhauses Bornheide 80/82. (Foto: google maps)

Gefährliche Fassadendämmung in der Bornheide 80/82: Sofort Sanierung, Mieter können bleiben

Von Gaby Pöpleu
Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung, erst ein Blick unter die Oberfläche beförderte die Gefahr ans Licht: Bei einer Untersuchung der Fassade des Hauses Bornheide 80/82 entdeckte die Eigentümerin Altoba, die Altonaer Spar- und Bauverein Genossenschaft, gefährliche Dämmplatten aus gepressten Holzspänen – Achtung Brandgefahr!

Zunächst hatte alles ordnungsgemäß gewirkt: Die äußerlich sichtbaren Vorhangschalen des 16-stöckigen Wohnhauses sind – wie vorgeschrieben – nicht brennbar. Die Gefahr lauert in tieferen Schichten: Erst als man die Fassadenverkleidung öffnete, entdeckten die Altoba dort mit einem anerkannten Brandschutzgutachter die brandgefährlichen Platten.
Die Überprüfung war keine Routineangelegenheit: Die Behörden waren aufgeschreckt worden, nachdem im Juni der 24-stöckige Grenfell-Tower in London gebrannt hatte und dabei 80 Menschen ums Leben gekommen waren. Daraufhin hatte die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen alle Besitzer von Hochhäusern angeschrieben und um eine Prüfung der Fassaden gebeten (das Elbe Wochenblatt berichtete). Inzwischen sind von den mehr als 650 Hamburger Hochhäusern rund 500 geprüft worden. Wie tief die Brandschutzexperten dabei gegraben haben, ob intakte Fassaden dafür geöffnet wurden ist unklar.
Baustoff war schon beim
Bau 1969 nicht zulässig

Tatsächlich muss die Brandsicherheit beim Bau eines Hauses nachgewiesen werden. Aber: Auch Fassadendämmungen müssen vom Amt erst genehmigt werden. Was wohl klar ist: Der jetzt aufgetauchte Baustoff war auch schon 1969, als das Hochhaus an der Bornheide gebaut wurde, nicht für die Fassadendämmung zugelassen. Immerhin handelte es sich aber augenscheinlich nicht um die in London verwendeten ölhaltigen, besonders leicht entflammbaren Baustoffe.
Die Altoba hat bereits mit der Sanierung der Fassade begonnen, lässt in den Wohnungen neue (Spezial-)Feuermelder anbringen. Im März sollen die Baumaßnahmen beendet sein. Trotzdem für die Mieter der 171 Wohnungen eine schwierige Zeit: Immerhin können sie während der Sanierung so in ihren Wohnungen bleiben. Eine Brandwache soll ihnen Sicherheit geben, dass ihr Haus nicht plötzlich in Flammen steht.
Die in die Jahre gekommene Wohnanlage soll ohnehin demnächst modernisiert werden. Derzeit wird noch an den Plänen gearbeitet.
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