Abiturienten werden zu Eventmanagern

Gefeiert wird auf jeden Fall: Katarzyna (19), Ayla (18), Melisa (18) und Eva (18) vom Abiball-Komitee. Foto: cvs

Schleppender Ticketverkauf: Gymnasium Altona sucht Sponsoren für Abifeier

Von Chr. v. Savigny. Ganz so arbeitsreich hatten sich Ayla (18), Katarzyna (19), Melisa (18) und Eva (18) die Vorbereitungen für ihre Abifeier vielleicht nicht vorgestellt: „Es kommt schon einiges zusammen“, sagen die vier Abiturientinnen des Gymnasiums Altona. Da musste zunächst ein guter und günstiger Anbieter gefunden werden, der die Organisation übernimmt. Anschließend kümmerte sich das insgesamt sechsköpfige Schülerkomitee um die PR-Arbeit, rührte die Werbetrommel an der Schule, hing Plakate auf und schrieb Einladungen. Und das alles mitten im Abi-Stress – immerhin stehen die mündlichen Prüfungen noch aus. „Aber das Organisieren macht uns auch Spaß, weil wir eigene Ideen einbringen können“, sagt Ayla.
Doch nun stehen die Schulabgänger-in-spe vor einem dicken Problem: Denn für die Feier, die am Sonntag, 17. Juli, an der Trabrennbahn Bahrenfeld über die Bühne gehen soll, wurden bislang deutlich zu wenige Eintrittskarten verkauft: 400 bis 450 Tickets sollten es nach Vorgabe der Anbieterfirma sein – bislang gab es aber nur gut 300 Abnehmer. Sollte es bei diesem Stand bleiben, würde das Defizit an den Schülern hängenbleiben. Aus dem Grund werden jetzt Sponsoren gesucht, die dem diesjährigen Abiturientenjahrgang zu einem gelungenen Abschluss verhelfen wollen (s. u.)
Für die Ausrichtung des Abiballs verlangt die Anbieterfirma 70 Euro pro Gast. „Hamburger Durchschnitt“, sagen die Schülerinnen, die zuvor ausgiebig Angebote studiert haben. „Man kann zwar günstiger wegkommen, aber dann muss man Abstriche machen. Zum Beispiel hätte es die Möglichkeit gegeben, in Harburg zu feiern, aber das war uns zu weit weg.“ Für die 70 Euro kümmert sich der Abiball-Organisator um die Saalmiete, das Catering, DJ, Getränke und was sonst noch an Kosten anfällt.

„Zunehmende Kommerzialisierung“


Mit 120 Schülern ist der Abijahrgang 2016 am Gymnasium Altona relativ groß. Warum wurden nicht mehr Karten verkauft? „Einige kommen nicht, weil sie die Klasse wiederholen, andere können es sich nicht leisten, viele geben das Geld aber auch lieber für etwas anderes aus“, sagen die Komiteemitglieder. Eines ist klar: Gefeiert wird in jedem Fall. „Abi macht man schließlich nur einmal im Leben“, sagt Eva.
Schulleiter Stefan Grübel sieht die seiner Meinung nach zunehmende Kommerzialisierung der Abiturfeier sehr kritisch: „Vor allem für größere Familien wird dadurch der Abiball eine richtig teure Angelegenheit“, sagt Grübel. „In meinen Augen ist das keine wünschenswerte Entwicklung.“
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