Abgeseilt .... Feuerwehreinsatz in der Balduinstraße

Zuerst hing da nur das Seil aus zusammengebundenen Gardinen und Bettlaken..... (Foto: Heinz Mann)
Der Hausmeister sah es, dachte sich aber zunächst nichts dabei. Da hingen am vergangenen Dienstag an einem Saga-Haus in der Balduinstraße zusammengeknotete Bettlaken und Gardinen aus einem Fens-ter im dritten Stock bis runter vor die Haustür.
Der Hausmeister zum Wochenblatt: „Ach, wissen Sie, hier wohnen so viele bunte Typen. Ich hab zuerst gedacht, das ist ein Gag. Oder Kunst. Das ist eben St. Pauli....“
Passanten, die vorbeikamen, alarmierten die Polizei. Haus-meister und Polizei klingelten an der Wohnungstür - keine Reaktion. Dann musste die Feuerwehr mit dem Leiterwagen ran. Hinter dem geöffneten Fenster fanden die Feuerwehrleute - nichts. Niemanden. Alles in Ordnung.
Was war da los gewesen? Ein Liebesdrama? Protest gegen Hausarrest? Mehrmals hat das Wochenblatt geklingelt, um Antwort auf diese brennenden Fragen zu bekommen - nie wurde die Tür geöffnet.
Rund 200 Euro hat der Einsatz gekostet. Wer muss den zahlen? Die Wohnungsinhaberin, weil nichts los war? „Wir zahlen das jedenfalls nicht, wenn einer unserer Mieter sowas verbockt“, meint Saga-Sprecher Michael Ahrens unverblümt. Feuerwehr-Sprecher Hendrik Frese beruhigt: „Das braucht der Mieter mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu zahlen. Es hätte ja tatsächlich Gefahr im Verzug sein können.“

Extra-Info: Wann muss man den Feuerwehreinsatz privat zahlen?
Manchmal ruft man die Feuerwehr, und es ist gar nichts passiert. Muss dann der, der die Feuerwehr herbeitelefoniert hat, den unnötigen Einsatz bezahlen? Oder der, dessen Wohnung betroffen ist? Wie ist das?
Hendrik Frese, Sprecher der Hamburger Feuerwehr, erklärt: „Ein Beispiel: Einer macht zu Hause eine Disco mit Nebelmaschine, öffnet das Fenster, der Nebel zieht nach draußen ab. Der Nachbar sieht das, denkt, es brennt, und ruft die Feuerwehr. Dann braucht keiner von beiden den Einsatz zu zahlen. Es war zwar blöd von dem Partymacher, das Fenster zu öffnen, aber er hat nichts Böses gewollt. Und sein Nachbar wollte nur in einer vermeintlichen Notlage helfen.
Anders ist es, wenn einer sich ans Fenster stellt und „Feuer, Feuer“ ruft, nur um zu sehen, wie schnell die Feuerwehr da ist. Das ist vorsätzlicher Unsinn. Der muss den Einsatz zahlen.“
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