600.000 Euro gesucht

Sie wollen das Ledigenheim retten: die Projektverantwortlichen Jade Jacobs und Antje Block mit Sozialarbeiter Nico Humbert und Unterstützer Friedrich Block, Vater von Antje Block (v. li.).

Ledigenheim: Verein Ros e. V. ist dringend auf Spenden angewiesen.

Von Christopher von Savigny.
Neustadt. Eine Kamikaze-Aktion. Ja, so könne man es nennen, sagt Jade Jacobs. Tatsächlich: Es scheint gewaltig, was sich die Unterstützer des Ledigenheims vorgenommen haben. Bis zum Jahresende wollen sie mit Hilfe einer Stiftung 600.000 Euro eingesammelt haben.
Damit könnte der von Jacobs und seiner Mitstreiterin Antje Block gegründete Verein Ros e. V. das über 100 Jahre alte Gebäude in der Rehhoffstraße ankaufen – wobei die Banken noch einen Großteil dazugeben
müssten. Drei Millionen Euro wären nötig, um das Haus selbst zu finanzieren, ganze 8,5 Millionen Euro bräuchte die Initiative nach eigenen Schätzungen für den Kauf inklusive Komplett-
sanierung. Aber das sind derzeit Wolkenkuckucksheime. 600.000 Euro – das wäre bereits ein Riesenschritt. „Wenn wir das schaffen wollen, müssen wir uns richtig reinhängen“, sagt Block.
Zur Erinnerung: Vor vier Jahren hatte der dänische Investor Core Property das inzwischen denkmalgeschützte Ensemble gekauft, um die 120 Zimmerchen, die von ehemaligen Seeleuten und Handwerkern bewohnt werden, zu großen und teuren Eigentumswohnungen zusammenzufassen. Doch aufgrund der sozialen Erhaltungsverordnung in der südlichen Neustadt wurde der Bauantrag abgelehnt. Lange Zeit tat sich nichts. Bewohner kamen und gingen, die maroden Zimmer verwahrlosten mehr und mehr. Mit der Stiftungsgründung im April dieses Jahres wagte die Initiative einen Neuanfang. Wobei das Entgegenkommen des Eigentümers eine wichtige Rolle spielte: Zur Stiftungsgründung überreichte Core Property der Initiative einen Scheck über 25.000 Euro. Seit einigen Monaten hat das Haus zudem einen Sozialarbeiter, der ebenfalls vom Eigentümer finanziert wird.
Seit 2008 kümmert sich der Verein Ros e. V. um das bedrohte Männerwohnheim in der Neustadt. Aktuell sind 90 der 120 Zimmer belegt. Wöchentlich veranstaltet die Initiative Musikabende, Elektronik-Workshops und gemeinsame Essen („Voküisine“). Block und Jacobs arbeiten teils mehr als zwölf Stunden täglich für das Ledigenheim – ehrenamtlich. „Aber wenn wir nicht daran glauben würden, dann würden wir es auch nicht machen!“, sagt Jacobs.
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