50.000 Liter Alkohol in drei Jahren

Rückschau auf drei Jahre Gängeviertel: Verleger Theo Bruns mit den Redakteurinnen Hannah Kowalski und Margaux Weiß sowie Layouter Nils Kasiske (v.l.)

Die Gängeviertel-Initiative präsentiert ihr erstes Buch mit vielen skurrilen Details.

Von Chrstopher v. Savigny.
Fünfhundert Konzerte, 300 Ausstellungen, 70.000 Besucher: In ihrem Buch „Mehr als ein Viertel“ haben die Künstler des Gängeviertels viel Mühe darauf verwendet, interessante Zahlen zusammenzutragen. So auch diese hier: In den drei Jahren seit der Besetzung des his-torischen Häuserkomplexes wurden 50.000 Liter Alkohol getrunken, 400 Kilo Nikotin geraucht und vier Babys gezeugt.Chr. v. Savigny, Neustadt
In ihrem 238 Seiten starken Buch blicken die Künstler jetzt zurück auf die jahrhundertealte Historie des Gängeviertels, auf die dramatische Geschichte der Besetzung im Sommer 2009 und auf die langwierigen, aber letztlich erfolgreichen Verhandlungen mit der Stadt.
„In den letzten Jahren ist unheimlich viel über uns berichtet worden, jetzt wollten wir endlich selbst mal über uns schreiben“, erläutert Hannah Kowalski, eine von vier Redakteuren. Fünf weitere Künstler haben sich um Grafik und Layout gekümmert, mehr als 20 Autoren aus dem Viertel haben Texte beigetragen, unzählige Fotografen ihre Bilder beigesteuert: Bei der Lektüre erlebt der Leser noch einmal hautnah die ersten konspirativen Treffen in der „Puppenstube“ mit, die heute als Ausstellungsraum dient.
Besonders spannend liest sich die Vorbereitung der Besetzung, die damals offiziell als „Hoffest“ getarnt wurde: Weil man in großer Sorge war, die Polizei könnte doch noch Wind bekommen, nahmen alle Teilnehmer die Akkus aus ihren Handys. Für den Fall einer gewaltsamen Räumen wurde ein Sanitätsraum eingerichtet. Gegen einen möglichen Tränengaseinsatz wurde Wasser in Flaschen gebunkert. Dass die Aktion letztendlich komplett friedlich verlaufen würde, konnte damals keiner wissen.
Im September letzten Jahres unterzeichnete die Initiative einen Kooperationsvertrag mit der Stadt. Bis Frühjahr 2014 sollen die ersten Häuser saniert sein. Momentan arbeiten auf dem Gelände rund 120 Künstler und Kreative.
Weitere Infos zum Buch „Mehr als ein Viertel“ unter www.das-gaengeviertel.info.
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