4.000 demonstrierten gegen Mietwucher und Wohnungsnot

Rund 4.000 Hamburger demonstrierten – wie hier an den „Tanzenden Türmen“ – gegen Wohnungsnot. (Foto: cvs)
Von Christopher von Savigny. Unter dem Motto „Mietenwahnsinn stoppen“ haben am Sonnabend rund 4.000 Menschen gegen hohe Mieten und Wohnungsnot in der Hansestadt demonstriert. Der Protestzug, der vom Millerntorplatz auf St. Pauli bis zum Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen führte, war von einem breiten Aktionsbündnis organisiert worden, darunter das Hamburger Netzwerk „Recht auf Stadt“. Anlass für die Demo war der neue Mietspiegel, der in dieser Woche veröffentlicht wird.
Dieser sei eigentlich dafür da, die Mieter zu schützen, erklärten die Veranstalter. Allerdings verwende man die Zahlen zunehmend als Instrument, um die Mieten in die Höhe zu treiben. „Gerade die städtische Wohnungsbaugesellschaft Saga/GWG hat in der Vergangenheit gern den Mietspiegel genutzt, um die Mieten anzuheben“, kritisierte Maarten Thiele vom Veranstalterbündnis.
Mit aufgemalten Protestslogans wie „Wohnraum vergesellschaften!“oder „Wir bleiben!“ zogen die Demonstranten unter massiver Polizeibegleitung über die Nebenstraßen St. Paulis bis nach Altona und Ottensen. Einige trugen weiße Stoffstücke mit der Aufschrift „1 qm zur freien Verfügung“ mit sich herum. Auch „Tomte“-Sänger Thees Ullmann unterstützte die Protestler und spielte zu Beginn einige Songs auf der Gitarre. Etliche Teilnehmer liefen mit, weil sie selbst von Wohnungsnot betroffen sind. "Wir suchen dringend eine zentrale, bezahlbare Wohnung, finden aber nichts“, sagte Daniel (39), einer der Demonstranten. Seine Schmerzgrenze liege bei 7,50 Kaltmiete pro Quadratmeter – nach Angaben von Mieterorganisationen liegt der Hamburger Durchschnitt bei zehn Euro. „Es kann nicht sein, dass immer mehr Büros gebaut werden, aber keine neuen Wohnungen“, sagte Demonstrantin Nadine (31).
Im Protestzug lief auch ein 550 Teilnehmer starker Block dunkel gekleideter Linksautonomer mit. In den engen Straßen St. Paulis kam es vereinzelt zu Rangeleien, bei denen die Polizei Pfefferspray einsetzte. Größere Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben nicht.
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Centro Sociale aus St. Pauli | 03.11.2011 | 13:26  
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