38 Wohnungen und eine neue Gaststätte

In den 60er Jahren wurde das Bahrenfelder Forsthaus um einen Wintergarten erweitert.

Wohnungsbau-Projekt auf dem Areal des Bahrenfelder Forsthauses.
Bürgerverein startet Unterschriftenaktion zum Erhalt

Mehmet Tas, Betreiber des Bahrenfelder Forsthauses, war letzte Woche beim Rechtsanwalt, um eine Zeitung zu verklagen. Die hatte getitelt: „Bahrenfelder Forsthaus vor dem Abriss?“ und ihn damit in Schwierigkeiten gebracht. Ganze Hochzeitsgesellschaften sollen daraufhin ihre Feier abgesagt haben.
Aber was ist denn nun dran an der Nachricht? Mehr, als dem Pächter der Traditionsgaststätte lieb sein wird. Am vergangenen Donnerstag beschloss die Bezirksversammlung Altona dort, wo seit mehr als 100 Jahren das Bahrenfelder Forsthaus steht, an der Ecke von Hutten Straße und Holstenkamp, den Bau von Wohnungen zu genehmigen.
Die möchte die Köhler & von Bargen Immobilien OHG bauen. Andreas von Bargen: „Wir haben Mitte 2009 einen Kaufvertrag über das 6.144 Quadratmeter große Grundstück geschlossen.“ Der Vertrag wird aber erst dann wirksam, wenn dort Baurecht für Wohnungen gilt. Geplant sind sieben dreigeschossige Häuser mit Staffelgeschoss, insgesamt 38 Wohnungen, dazu eine Gaststätte, die allerdings kleiner ausfallen wird als das bisherige große „Forsthaus.“ Die Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden. Andreas von Bargen: „Selbstverständlich sind wir bereit, dort auch ein Drittel Sozialwohnungen zu realisieren.“
CDU und Grüne in der Bezirksversammlung haben für das Wohnprojekt gestimmt und sich nur deshalb durchsetzen können, weil aus den anderen Fraktionen so viele Mitglieder fehlten, dass Schwarz-Grün in der Mehrheit war.
Kommt jetzt also die Abrissbirne? Nicht unbedingt. Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer hat angekündigt, prüfen zu lassen, ob der Beschluss rechtmäßig ist. Fällt das Grundstück, das unweit der Autobahn liegt, nämlich in das Gebiet der Großplanung für den A7-Deckel, hat die Bezirksversammlung nichts zu sagen. Dann entscheidet allein die Behörde für Stadtentwicklung. Aber selbst auf dieser Ebene scheinen die Zeichen auf „Grün“ zu stehen.
Bitter für Mehmet Tas, der das Forsthaus erst vor zwei Jahren übernommen hat, und seitdem, so sagte er dem Wochenblatt, 600.000 Euro hineingesteckt hat. Tas hat ohnehin mit der abgelegenen Lage seines Restaurants zu kämpfen.
Der Bahrenfelder Bürgerverein hat zur Rettung der alten Gaststätte eine Unterschriftenaktion gestartet.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.