300 Flüchtlinge nach Bahrenfeld

Zugang verweigert: Der neue Standort der Zentralen Erstaufnahme wird bewacht - zum Schutz der Bewohner, heißt es aus der Innenbehörde.

Innensenator muss die Zentrale Erstaufnahme erweitern und entscheidet sich für ein Gelände an der Schnackenburgallee.

Als Bittsteller erschien Innensenator Michael Neumann vergangene Woche vor den Altonaer Politikern. Dass er persönlich ins weiße Rathaus kam, unterstrich, wie wichtig ihm das Anliegen war, zu dem er - wie es das Recht verlangt - die Zustimmung der Altonaer Politik erbat. Neumann hat ein Problem und braucht Hilfe: Jeden Monat kommen mehr Flüchtlinge nach Hamburg, und er weiß nicht mehr, wohin mit ihnen. Jetzt werden 300 Menschen, vorläufig bis Ende März, in Bahrenfeld untergebracht.
Hintergrund: Die zentrale Erstaufnahme in der Sportallee platzt aus allen Nähten. In der Einrichtung, die für 70 Menschen gedacht ist, wohnen inzwischen mehr als 300, zum Teil in Zelten. Neumann: „Die Situation an der Sportallee ist dramatisch.“ Und sie wird noch dramatischer, denn die Zahl der Asylbewerber wird steigen. Das bestätigen sämtliche Prognosen.
Der Innensenator zitierte Hamburgs Flüchtlingszahlen. Juli: 93, August: 162, September: 229, Oktober: 282. Neumanns Schlussfolgerung: „Im Dezember werden wir insgesamt rund 1.000 Menschen unterbringen müssen.“
Alle Bezirkspolitiker stimmten aus humanitären Gründen der Umwandlung des Durchreiseplatzes am Parkplatz Braun in eine Flüchtlingsunterkunft zu. Aber vor allem die Abgeordneten von CDU und Grünen zeigten sich angesäuert. Denn der Senator hatte hinter ihrem Rücken längst Fakten geschaffen:  Als er den Bittsteller gab, waren an der Schnackenburgallee 81 bereits die ersten 45 Flüchtlinge in Wohnwagen untergebracht, und Bauarbeiter stellten Wohncontainer und Leichtbauhallen auf.
Gesche Boehlich von den Grünen: „Sie haben uns überrascht und überfallen. Das ist kein Gespräch auf Augenhöhe, das ist eine Anweisung. So eine Hauruck-Aktion ohne Beteiligung der Öffentlichkeit ist nicht gut für den Bezirk!“
Der Senator nahm die Kritik höflich zur Kenntnis, lobte die Altonaer als „honorig“, bedankte sich für ihre Zustimmung und versprach bei einer Verlängerung der Maßnahme über den 30. März hinaus, rechtzeitig ins Gespräch einzusteigen.
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Tine Renngård aus Ottensen | 19.11.2012 | 09:28  
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