17-jähriger Altonaer Austauschschüler in Montana/USA erschossen

Diren war ein "feiner Junge, zuverlässig und anständig", sagt Trainer Ralf Pantelmann von Direns Sportverein Teutonia von 1910. (Foto: S.C. Teutonia von 1910)

Schütze soll den unbewaffneten Jungen für einen Einbrecher gehalten haben.

Es ist eine Urangst aller Eltern: Du schickst dein Kind zum Austauschjahr ins Ausland - und es kommt nie zurück. Die Eltern von Diren D., einem 17-jährigen Schüler des Gymnasiums Allee, müssen das erleben. Ihr Sohn ist in Missoula im US-Bundestaat Montana erschossen worden. Der Schütze hielt den unbewaffneten Jungen für einen Einbrecher.
Diren D. besuchte in seinem Austauschjahr seit vergangenem August die Big Sky High School in Missoula, wo er sich als guter Schüler und besonders als begabter und begeisterter Fußballspieler hervortat. Auch im Laufteam der Schule war er Mitglied. Sein Austauschjahr neigte sich schon dem Ende zu. Er galt als beliebt, habe viel zu erzählen gehabt über das Leben in Deutschland eingebürgerter Türken. Vor allem sei er, sagten Mitschüler und Lehrer, stolz auf seine türkische Herkunft und die türkische Kultur gewesen.
Diren starb in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag kurz nach Mitternacht in einer Garage im Deer Canyon Court, Missoula. Die Polizei nahm Markus K. (29) fest, den Hauseigentümer. Dieser soll erklärt haben, er habe mehrmals Einbrecher im Haus gehabt und habe die Garage nachts absichtlich offengelassen, um Einbrecher anzulocken und zu erwischen.
Die Polizei war alarmiert worden, es habe eine Schießerei gegeben. Als die Beamten vor Ort eintrafen, standen K. und seine Lebensgefährtin vor ihrem Haus. Diren D. lag, von mehreren Schüssen getroffen, in der Garage. Er erlag wenig später seinen Verletzungen.
Noch ist nicht klar, ob der Schütze verurteilt wird. Es gibt in Montana ein Gesetz, das Menschen straffrei ausgehen lässt, wenn sie Gewalt ausüben im berechtigten Glauben, dass sie selbst oder andere im Haus gefährdet werden. Anscheinend nimmt die örtliche Polizei aber nicht an, dass dieser Fall so liegt. So wird der leitende Polizeibeamte in einer lokalen Zeitung zitiert mit der Aussage: „Wir verhaften niemanden ohne Grund“. Alles spräche dafür, dass hier eine kriminelle Handlung verübt worden sei.
Diren war Mitglied im Verein S. C. Teutonia v. 1910. Dort soll am Mittwoch um 17.45 Uhr auf dem Platz an der Waidmannstraße vor dem Spiel der A-Jugend gegen Duvenstedt eine Schweigeminute zu seinem Gedenken abgehalten und Geld für seine Familie gesammelt werden. Das soll an allen Spielen am Wochenende wiederholt werden.
Jugendtrainer Ralf Pantelmann kannte Diren gut. Im Telefonat mit dem Wochenblatt hört man ihm seine Bestürzung und seine Trauer an: „Diren war ein wirklich feiner Junge; wir leiden alle mit der Familie, die es so furchtbar getroffen hat.“
Das Mitgefühl ist groß. Pantelmann berichtet, ein in Berlin lebender Amerikaner, der aus Missoula stammt, habe sich bei ihm gemeldet. Dass der Junge aus Altona in seiner Heimatstadt zu Tode kam, hat ihn so erschüttert, dass auch er der Familie eine Spende zukommen lassen will.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
6
Angelika Bog aus Altona | 01.05.2014 | 17:08  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.