125 Jahre lang die Stadt bunter gemacht

Herbert Leonhart, Altonas „King of Colours“, feiert am 1. November mit rund 600 Mitarbeitern und Gästen den 125. Geburtstag des Unternehmens, das sein Großvater gegründet hat.
 
In Familienbesitz: Dokumente aus der Geschichte des Unternehmens. (Foto: pr)

Das Altonaer Unternehmen Maleco, Hersteller von Farben und Lacken, feiert ein seltenes Jubiläum – Das Wochenblatt stellte Fragen.

Seit vier Generationen heißen sie alle Max, die Männer der Familie Leonhart. Jetzt wird das 125-jährige Jubiläum der Firma Maleco gefeiert - eine Dynastie der Farben und Lacke in Altona.
Herbert Leonhart, Geschäftsführer von Maleco, heißt Max mit drittem Namen. Sein Sohn Florian ebenfalls. Der Name ehrt den Firmengründer, nach dem das Unternehmen heißt, und dient velleicht auch als Glücksbringer für eine Firma, die zwei Kriege und viele Veränderungen nicht nur überdauert hat, sondern mit den Jahren immer stabiler wurde.
Am 1. November 1889 gründete der damals 26-jährige Max Leonhart seine „Handlung mit Farben, Lacken, Drogen und Chemikalien“. 1893 begann er Farben selbst herzustellen, baute eine Fabrik in der Holstentwiete. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Marie, danach sein Sohn Herbert Johannes Max. 1973 stieg der heutige Geschäftsführer, Herbert Christian Max, als Lehrling ein. Maleco zog von der Holstentwiete in die Schützenstraße, hat inzwischen Niederlassungen in Lübeck, Husum, Flensburg und Kiel. Das Wochenblatt sprach mit dem Maleco-Geschäftsführer Herbert Leonhart.

Ihre Familie beschäftigt sich seit Generationen mit Farben. Haben Sie eigentlich eine Lieblingsfarbe?
Nein. Denn bei Farben kommt es immer auf die Umgebung an. Gelb zum Beispiel - auf Prospekten ein Signal für „billig“. Aber ein Hamburger Rotklinkerhaus in Kombination mit Hellgelb - brilliant. Das sieht hochherrschaftlich aus.

Und wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus?
Alle Farben kreuz und quer - unter anderem haben wir eine rote Küche und ein knallgrünes WC. Aber auch ruhige grau-beige Wände. Wir streichen vielleicht ein kleines bisschen öfter als andere Leute...

Was verbindet sie mit Ihrem Großvater und Vater?
Zielstrebigkeit, intensive Arbeitsbereitschaft, Verlässlichkeit - klassische deutsche Grundtugenden also.

Aber ihre Vorfahren zeichneten sich auch dadurch aus, dass sie geradezu improvisierend schnell auf veränderte Lagen reagierten - unter anderem zwei Kriege...
Schnell reagieren – und hoffentlich richtig! – sich verändernden Situationen anpassen - das macht ja den Erfolg des Mittelstandes aus. Das können große Konzerne nicht. Das ist überhaupt unser Hauptstreben: schnell auf den Markt zu reagieren.

Und was bringt die Zukunft? Konkret: der Neubau einer Halle nebenan. Der Bauantrag ist eingereicht.

Und die fernere Zukunft - vielleicht für Ihre Nachfolger? Sie haben einen Sohn, Florian, und eine Tochter, Christina...
Ja, Christina studiert in Bayreuth Wirtschaftsphilosophie, Florian Betriebswirtschaft hier in Hamburg. Es sieht so aus, als würden sie später einmal einsteigen – aber das muss ganz aus ihnen selbst kommen. Heute ist das Geschäft viel komplizierter als früher, da muss man wirklich mit Leidenschaft dabei sein.

Wieso ist das Geschäft komplizierter als früher?
Wir müssen immer komplexer reagieren auf den wachsenden, geradezu hysterischen EU-Vorschriftenwahn aus Brüssel. Da sitzen zu viele Leute, die von gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen gar nichts verstehen. Beispiel: Nur fünf Prozent unserer Produkte gelten als leicht brennbar – also als gefährlich. Aber ab 2015 müssen wir alle Farben listen lassen, jede einzelne. Wir haben 30.000 Farbmischungen in jeweils drei Verpackungsgrößen und 28 Qualitäten. Das bedeutet: 2,5 Millionen Einzelmeldungen... das schaffen wir doch in zehn Jahren nicht!
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