100-jährige Eichen vergiftet

Neun Baumriesen wie dieser wurden am Steilhang hinter den Häusern Neumühlen 51 bis 46 vergiftet.

Bäume wurden über Jahre planmäßig umgebracht - jetzt müssen sie gefällt werden.

In diesen Tagen werden am Elbhang in Neumühlen, hinter den Häusern Nummer 51 bis 46, hundertjährige Eichen gefällt. Sie sind abgestorben - planmäßig von Baumhassern umgebracht. Jetzt müssen die toten Bäume weg. Die Gefahr ist zu groß, dass sie umstürzen und die Häuser am Fuß des Hanges unter sich begraben.
Schon im Frühjahr 2011 hatten Arbeiter des Bezirksamts bei Routinekontrollen entdeckt, dass es neun Bäumen an diesem Hang schlecht geht. Zwei Eichen, vier Eschen und drei Robinien wurden daraufhin genauer untersucht. Das schockierende Ergebnis: Die Bäume wurden absichtlich verletzt. Unbekannte hatten Löcher in ihre Stämme gebohrt und Gift eingebracht. Sechs der vergifteten Riesen müssen jetzt gefällt werden. Dazu gehören zwei über 100 Jahre alte Stieleichen, Prachtstücke mit einem Stammdurchmesser von fast 90 Zentimetern. Auch die vier Eschen sind nicht mehr zu retten. Die jüngste wird auf 45 Jahre geschätzt, die älteste auf über 80 Jahre. Die drei Robinien sollen weiter beobachtet werden.
Fällarbeiten sind an diesem steilen Hang extrem schwierig. Baumkletterer müssen die Riesen Stück für Stück zersägen, Pferde sollen dabei helfen, das Holz abzutransportieren. Am Mittwoch und Donnerstag wird es für den Autoverkehr im gesamten Bereich der Buskehre Museumshafen / Neumühlen eng werden, weil hier im Rahmen der Fällungen ein mobiler Autokran aufgestellt werden muss.
Das Bezirksamt hat einen Sachverständigen herangezogen, um den Schaden zu beziffern. Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege: „Für den Gehölzwert der durch den Baumfrevel beschädigten Bäume wurde eine Gesamtschadenssumme von 110.000 Euro festgestellt; die Robinien wurden einbezogen, da zu erwarten ist, dass auch diese absterben.“
Wer könnte der Täter sein? Die Bäume verstellten niemandem den Blick auf die Elbe. Das Bezirksamt hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Polizeisprecherin Karina Sadowsky: „Das Verfahren ist eingestellt worden; ein Täter konnte nicht ermittelt werden.“
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1 Kommentar
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Michael Borkowski aus Altona | 12.02.2013 | 18:14  
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