Ökostrom für Kreuzfahrtschiffe – Einweihung der Landstromanlage in Altona

Anne Krischok (SPD): „Diese Landstromanlage ist einzigartig in Europa und ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Lärmschutz in Altona.“
Mit einer einjährigen Verzögerung wurde die Landstromanlage in Hamburg–Altona am vergangenen Freitag in Beisein von Bundesumweltministerin Babara Hendricks und dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg feierlich eingeweiht. Den Bau hatte die Hamburgische Bürgerschaft in der letzten Legislaturperiode vor dem Hintergrund steigender Schiffsanlaufzahlen beschlossen.

Anne Krischok, SPD-Umweltpolitikerin, hatte dieses Projekt in den letzten Jahren in der SPD-Bürgerschaftsfraktion begleitet.
„Für den Kreuzfahrtstandort Hamburg, und insbesondere für Altona, ist das ein sehr guter Tag“, sagt Frau Krischok. „Für den Hamburger Hafen und für Altona bedeutet das konkret bessere Luft - weniger Stick- und Schwefeloxide, Feinstaub und Kohlendioxid - und weniger Lärm. Durch die Landstromanlage bekommen die hier liegenden Kreuzfahrtschiffe nun während ihrer Liegezeit Ökostrom aus der Steckdose. Während dieser Zeit können die luftverschmutzenden Dieselgeneratoren abgeschaltet werden. Das ist gut für die Anwohner in Altona.“

„Die Landstromanlage in Altona ist einzigartig in Europa. Damit kann Hamburg zu einem der attraktivsten und umweltfreundlichsten Kreuzschifffahrtsstandorte Europas werden. Bedauerlich finde ich, dass nur die "AIDAsol" in diesem Jahr ihre Energie aus der Mega-Steckdose bezieht. Doch ist das ein guter Anfang. Immerhin hat sie einen Strombedarf wie eine Kleinstadt, z.B. von Lüneburg“, so Frau Krischok weiter.

Während die „AIDAsol“ der Rostocker Reederei Aida Cruises Ökostrom aus der Steckdose bezieht, haben andere Reedereien ihre Kreuzfahrtschiffe nicht umgerüstet. „Vier weitere Schiffe könnten sich mit Landstrom versorgen“ so Frau Krischok. „Allerdings machen sie wegen ihrer Größe an anderen Hamburger Terminals fest. Da die Schwerölpreise im Moment sehr günstig sind, ist Landstrom unter Kostengesichtspunkten im Nachteil. Deshalb nutzen viele Reedereien bordeigenen Strom und nehmen die Luftverschmutzung billigend in Kauf.“

Bei der Planung ist Hamburg von deutlich mehr Schiffen ausgegangen, da nicht absehbar war, dass sich die Minaralölpreise zeitweilig auf einem unterem Preisniveau befunden haben. Hamburg hat für dieses wegweisende Projekt in Zeiten knapper Kassen viel Geld in die Hand genommen. „Rund 10 Millionen Euro Baukosten sind eine große Investition. Von der EU und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit haben wir einen Zuschuss von 3,5 Millionen und 3,7 Millionen Euro bekommen“, erläutert Frau Krischok.

Die nun in Betrieb genommene Landstromanlage ist Bestandteil der Initiative smart-PORT energy, die im Jahr 2012 von der (damaligen) Stadtentwicklungs- und Umweltbehörde sowie der Wirtschaftsbehörde ins Leben gerufen wurde, um den Hamburger Hafen energetisch neu auszurichten.

Anne Krischok ist fest von der Sinnhaftigkeit der Landstromanlage überzeugt: „Wir haben ein wichtiges maritimes Vorzeigeprojekt für Europa geschaffen. Aber es müssen weitere Schiffe folgen, damit die Emissionen von Schiffen während ihrer Liegezeiten zukünftig weiter reduziert werden.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.