Kahlschlag auf ganzer Linie

Rund 300 Bäume an der S-Bahnlinie Altona-Blankenese abgeholzt

Von Reinhard Schwarz. Ganze Arbeit entlang der S-Bahnstrecke S1 zwischen Altona und Blankenese: Links und rechts der Gleise wurden in den vergangenen Wochen Bäume und Sträucher massiv abgesägt. Große Löcher wurden in den Baum- und Strauchbestand auf beiden Seiten der Bahngleise gefräst. Nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) waren es rund 300 Bäume, die dran glauben mussten. Weitere 270 Bäume sollen in der nächsten Zeit noch gefällt werden. Der Zeitpunkt der nächsten Fällaktion steht aber noch nicht fest.
„Es ging bei der Aktion darum, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten“, erklärt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Während der Stürme der jüngsten Zeit seien zahlreiche Baumstämme auf die Gleise gefallen. Die Bahn sei verpflichtet, entsprechende Auflagen des Eisenbahnbundesamtes umzusetzen. Insgesamt 1.300 Bäume seien von einem unabhängigen Gutachter auf Standfestigkeit geprüft worden. Weiterhin habe das Bezirksamt Altona zustimmen müssen.
Das Bezirksamt bestätigt diese Angaben: „Das Bezirksamt hat gegenüber der DB Netz AG mit Bescheid vom 8. Oktober 2012 eine Ausnahmegenehmigung nach Paragraf 4 der Baumschutzordnung für die Durchführung von Baumfällungen und Kronenpflegeschnitte (...) erteilt.“ Im Klartext: Die Fällaktion war rechtens.
Zumal die Bahn jeweils sechs Meter links und rechts der Gleise „in eigener Zuständigkeit“ Fällungen und Baumpflege vornehmen kann, so Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege.
Doch welches Mitspracherecht hat überhaupt die Bezirkspolitik, um übermäßige Abholzungen zu verhindern? „Seit der Bezirksverwaltungsreform genehmigen wir nur noch in Einzelfällen und werden in der Regel nur noch über Baumfällungen informiert“, stellt Lars Andersen (Grüne), lange Zeit Vorsitzender des Grünausschusses, klar.
Und wie sehen die Rechte der Grundbesitzer aus? Laut Meyer-Lovis „wurde mit Anwohnern gesprochen“. Diese mussten ihr Einverständnis für Maßnahmen auf ihren Grundstücken geben. Wer widerspricht, habe im Schadensfall schlechte Karten: „Die Eigentümer haften für entstehende Schäden.“
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