„Bei Senkung der Krankenkassenbeiträge wird durch die Hintertür der Zusatzbeitrag wieder hereingeholt – den nur Versicherte bezahlen“

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des SoVD Hamburg

„Wer bei der Reform der Krankenversicherung zweimal hinguckt, erkennt die Mogelpackung. Denn wenn der Beitragssatz ab 2015 auf 14,6 Prozent sinkt, profitieren davon einseitig nur die Arbeitgeber“, sagt Klaus Wicher, 1. Vorsitzender desSoVD Hamburg.

„Der Arbeitgeberanteil bleibt bei 7,3 Prozent. Die zweite Hälfte des Beitrages, den die Versicherten tragen, wird ebenfalls eingefroren. „Aber was passiert, wenn die Kosten für das Gesundheitssystem was mit Sicherheit anzunehmen ist, steigen?“, fragt Wicher. Dann sind nur die Versicherten wieder in der Pflicht: „Erst verkündet die Politik, dass die Kopfpauschale wegfällt und Beitrage zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder an das Einkommen gekoppelt werden. Dann kündigen die Krankenkassen Zusatzbeiträge an. Dieses Auf und Ab bei den Überschüssen und dann wieder drohenden Defiziten der Kassen ist kaum verständlich.“ Der SoVD hat immer schon vor den Zusatzbeiträgen gewarnt. „Sie sind der Einstieg zum Ausstieg aus der solidarischen Finanzierung des Gesundheitswesens. Zusatzbeiträge treffen allein Arbeitnehmer und Rentner. Alle Kostensteigerungen gehen künftig zu Lasten der Versicherten“, so Wicher.

Er verweist zudem auf einen wenig beachteten Aspekt: „Dank der derzeit guten Konjunktur besonders auch in Hamburg, steigt auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und damit die Zahl der Beitragszahler.“ Wicher rät, die Einnahmen, wie ein guter Hamburger Kaufmann, mit Weitblick zu nutzen: „Die Krankenkassen sind aufgefordert, die Versorgung in sozial schwächeren Quartieren Hamburgs zu verbessern, damit das Gesundheitssystem nicht weiter in eine erste und eine zweite Klasse auseinanderdriftet.“ Auch muss die demografische Entwicklung in den Blick genommen werden: „Die Kassen werden künftig stärker belastet werden, denn unsere Gesellschaft wird älter und wird zunehmend Leistungen des Gesundheitssystems benötigen.“
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